Thees Uhlmann - Junkies Und Scientologen

Auf dem dritten Soloalbum von Thees Uhlmann werden die unterschiedlichsten Personen oder Bands vereint. Beispielsweise Helmut Kohl, Stephen King, Avicii, ABBA, Jürgen Klopp, Fury In The Slaughterhouse, die Scorpions, die Toten Hosen, Kraftwerk, Katy Perry oder auch Sade.

All jene Künstler und Personen des öffentlichen Lebens spielen natürlich nur Nebenrollen in den oftmals vertrackten und um die Ecke denkenden Texten. Doch fällt auf, wie gern und wie häufig der sympathischen Zahnlückenträger und Teilzeit-Romanautor sich des Namedroppings bedient, um seinen Metaphern Nachdruck zu verleihen.

Mit seinem neuen Album »Junkies und Scientologen« meldet Thees Uhlmann sich zurück. Da es in der Zwischenzeit ein paar andere Projekte, denen er sich widmete gab, ließ das Album sehr lange auf sich warten.

Die wichtigste Nebenbeschäftigung war wohl "Sophia, der Tod und ich", sein äußerst erfolgreicher Roman aus dem Jahr 2015. Die Musik geriet in der Folge ein wenig in den Hintergrund, die erste Singleauskopplung "Fünf Jahre nicht gesungen" thematisiert diese Abstinenz auf überzeugende Weise.

Thees Uhlmann singt über die Menschen in seiner Umgebung und über seine Alltagsbeobachtungen. Er ist erwachsen geworden. Sein neues Album ist ein Gedankengewitter in zwölf Songs.

Die Bundesstraße 73 ist mit 100 Kilometern nicht all zulang und verläuft größtenteils zweispurig. Sie schlängelt sich von Cuxhaven bis nach Hamburg und ist nun in die Pophistorie eingegangen. „Das Leben ist kein Highway, es ist die B 73“, singt Thees Uhlmann in „Fünf Jahre nicht gesungen“. Das ist nicht nur der erste Titel, sondern auch ein sehr programmatisches Lied des Albums. Was der ehemalige-Tomte Frontmann damit meint ist, dass das Leben eher nicht gerad­linig verläuft.
Denn auch sein drittes Soloalbum lebt von der Diskrepanz zwischen den mitunter belanglos wirkenden, aber höchst intimen Betrachtungen und der großen Geste und den raumgreifenden Melodien, in denen sie vorgetragen werden.

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